Verliebt in sich selbst – Selfie-Kultur

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Den Arm ausstrecken, Mund spitzen, lächeln und fertig ist das Selfie. Millionen Menschen lichten sich so per Smartphone selbst ab und teilen diese Fotos mit der Community oder besser gesagt – mit der Welt. Sie werden auf Facebook gepostet, damit alle wissen: Das bin ich, das mache ich. Es ist ein Hype der Netzkultur mit einer kulturellen Praxis. Und eines vorweg: Sie wird sich irgendwann auch wieder sich beruhigen und verschwinden. Die Selfies werden sich wie zuvor schon viele andere Internetphänomene normalisieren.

Die eigenen Fotos sind etwas für Selbstdarsteller und haben mit Eitelkeit und Narzissmus zu tun. Denn der Wunsch nach Abbildung der eigenen Person ist ein menschliches Urbedürfnis, das auch damit zu tun hat, dass das eigene Umfeld wissen soll, welche Bedeutung man selbst hat. Das geht mit einem Selfie ganz gut.

Es fing alles an mit dem ersten Handy, mit dem Fotos geschossen werden konnte. Die eingebaute automatisch scharf stellende Kamera war immer einsatzbereit, an jedem Ort. Was liegt da näher Fotos von sich selbst zu knipsen. Nach dem „Schuss“ konnten sie dann über die Social Medias im Internet verbreitet werden. Immer dem Motto nach: Seht mal, das bin ich, seht mal wo ich bin, seht mal, wie ich aussehe. Fishing für Compliments ist das und nicht mehr oder weniger.

Die Selfie-Seuche ist besonders unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgebrochen, denn auf rund 40 Prozent aller Selfies sind Personen im Alter von16 bis 28 Jahren. Allerdings gibt es vier verschiedene Arten, sich entsprechend darzustellen: Einmal im Weitwinkel, bei der noch der Arm auf dem Foto zu sehen ist; dann der Schnappschuss des eigenen Gesichtes, also ein extrem nahes Foto von Augen, Mund und ganzem Gesicht und dann das Gruppenbild, das von jemandem anderen aus der Gruppe geschossen werden muss.

Da es kaum einen Trend ohne prominente Vorreiter gibt, lassen sich auch Promis wie  Lady Gaga und Justin Biber nicht lumpen und drücken in schwachen oder starken Momenten auf die Smartphone-Kamera. Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski bekam auf Facebook 100.000 „Gefällt-mir“-Klicks für sein Foto, auf dem er mit Kanzlerin Merkel in der Kabine zu sehen ist. Auch die Moderatorin in Los Angeles bei der diesjährigen Oscar-Verleihung, Ellen DeGeneres, schoss ihre Selfiesauf dem roten Teppich mit Hollywood-Stars wie Julia Roberts oder mit Brad Pitt. Damit brachte sie Twitter zum Abstürzen, weil sich das Foto sekundenschnell mehr als über drei Millionen Mal  verbreitete. Der amerikanische US-Präsident Obama hatte es im November 2012 mit seinem Selfie nach seiner Wiederwahl auf „nur“ 800.000 sogenannter „Retweets“ auf Twitter geschafft. Ob es Selfies von Unbekannten und Nicht-Prominenten auf Millionen-Klicks schaffen ist sehr unwahrscheinlich. Aber probiert wird es jeden Tag.

 

Posted by on August 4th, 2016 at 16:23 | Kommentare deaktiviert für Verliebt in sich selbst – Selfie-Kultur | Permalink


Mit der Midlife Crisis steigt auch wieder die Glücksskurve

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Wer über 40 ist, dem dämmert es, dass es nicht mehr unendlich viele Möglichkeiten gibt, manche Chancen verpasst wurden und das Leben endlich ist. Die Midlife-Crisis hält Einzug und sie ist mehr als ein Mythos, wie Studien belegen.

Mit einem gediegenen Geburtstag fängt das Nachdenken an: Denn bei der Party zum 25. Geburtstag musste noch der Flur neu gestrichen werden, weil Reste der Partylaune an den Wänden zurückgeblieben waren. Bei der Feier zum 30. endete es immerhin noch mit einer kleinen Kabbelei und nun beim 40. wird in kleiner Runde mit gutem Wein und Hausmannskost  gefeiert. Sie ist da, die Misere Midlife-Crisis.

Auf einmal sind sie alle jünger – die Bankberaterin um die Ecke, der Grundschullehrer der Tochter oder die Tagesschau-Sprecherin. Der Rücken tut weh, das Kreuz zwickt und plötzlich ist vor dem Joggen Aufwärmen nötig. Und Sex – ach der wird überbewertet. Viele stellen sich nun die Frage „Soll es das nun gewesen sein?“

Nicht alles darf man so eng sehen. Denn noch bevor der Burn-out erfunden wurde, plagte die Midlife-Crisis bereits die Menschheit. Das Gute an solchen Problemen: Sie bleiben niemandem erspart. Da gehört auch die unangenehme Erkenntnis dazu, dass wir jeden Tag ein Stück älter werden und die Erkenntnis sollten wir annehmen, denn sonst müssten wir ja sterben. Menschen haben Fähigkeiten, die gerade in der Lebensmitte viel wert sind: Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst. In diesem Lebensabschnitt sind Menschen fähig, sich mit unangenehmen Lebenserfahrungen auseinanderzusetzen und statt aufzugeben, nach Lösungen zu suchen. Dazu gehört auch, dass man sich mit anderen austauscht und zuversichtlich bleibt. Wer so handelt, bleibt zufriedener als jemand, der sich als Opfer des eigenen Schicksals betrachtet. Vielleicht ist so manche Tür ab einem Alter von 40 Jahren bereits verschlossen, aber man findet immer wieder neue Wege, um sie zu öffnen. Das scheint auch vielen zu gelingen, denn mit Mitte 40 steigt bei den meisten Midlife-Crisis-Betroffenen auch wieder die Glückskurve an. Und es gibt Dutzende Beispiele von älteren Visionären, die es im Leben zu etwas gebracht haben. Der Erfinder von Coca Cola (John Pemberton) war 55, als er die Brause erfand und Harland Sanders startete seine Fast-Food KFC mit 65 Jahren…

Last but not least: Midlife-Crisis ist wie ein vierwöchiger Sommerurlaub, bei dem wir noch zwei Wochen vor uns haben  und wir schon den schnellsten Weg zum Strand kennen. Es ist normal, dass wir uns die Sinnfrage stellen: Wer bin ich und was will ich? Es hilft Bilanz zu ziehen, um sich seiner Lebensziele und Bedürfnisse klar zu werden.

Posted by on August 4th, 2016 at 16:20 | Kommentare deaktiviert für Mit der Midlife Crisis steigt auch wieder die Glücksskurve | Permalink


Kunst für Urlauber

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Sommer, Sonne, Strand und Meer – und jetzt auch Kunst. Die Urlauber können an beliebten Ferienzielen nun auch große Kunst bestaunen, denn die Kunst reist den Touristen hinterher. Ob in die Toskana oder nach Mallorca, die Menschen reisen gerne im Sommer in den Süden. Ja sogar Künstler und Kunst-Institutionen zieht es in die Touristenorte, denn sie haben viel Reizvolles auf Mallorca & Co und bei den Touristen entdeckt.

Die Kunst soll zu den Menschen gebracht werden und nicht die Menschen zur Kunst – so die Idee. Deshalb begann 2014auch die Reise einer Großskulptur von Heinz Mack Die neun jeweils sieben Meter hohen Pfeiler mit rund 900.000 goldenen Mosaiksteinchen überzogen, reiste von Land zu Land und wurde unter anderem auch schon von Touristen in Istanbul und in Venedig bewundert. Die Skulptur mit dem Namen „The Sky over Nine Columns“ ist aktuell im spanischen Valencia aufgestellt. Wenn es Winter wird, soll sie nach St. Moritz reisen und auf dem zugefrorenen See präsentiert werden – Voraussetzung, das Eis hält.

Große Kunst ist nun also auch in den beliebtesten Urlaubsorten zu sehen. Beispielsweise war eines der spektakulärsten sommerliche Kunstprojekte in diesem Jahr die „Floating Piers“ von Künstler Christo, der die drei Kilometer lange Pier auf den Iseosee in Oberitalien zauberte. Dort wanderten über eine Millionen Besucher über die langen gelb-orangefarbenen Stege.

Die Christo-Stege sind inzwischen zwar wieder abgebaut, aber bis in den Herbst hinein ist in der Toskana und zwar in der Chianti-Region in sieben Weingütern die Ausstellung „Art of the Treasure Hunt“ zu besichtigen. Es ist ein Kunstprojekt, bei dem Fotografien, Skulpturen und Videos mitten in den romantischen Weinbergen und auch in den dunklen Weinkellern inmitten von Weinfässern präsentiert werden.

Schon seit einigen Jahren bringt die Bonner Stiftung für Kunst & Kultur e.V. namhafte Künstler wie Gilbert & George, Anselm Kiefer mit Ausstellungshäusern auf der Touristenhochburg Mallorca zusammen. Essen, Spaß, Sonne und Meer ist nach Künstlermeinungen die eine Sache, aber das Leben besteht aus mehr und vor allem auch aus Kultur. Die Ausstellung der Werke von Gilbert & George in Mallorcas Hauptstadt Palma wurde von 2013 von rund 75 000 Besuchern angeschaut. Der Eintritt war allerdings – kostenlos.

Auch Salzburg goes Kunst für Touristen. Der „Walk of Modern Art“ mit modernen Arbeiten von Tony Cragg, Markus Lüpertz und anderen wird vor allem im Sommer während der Salzburger im Besonderen von den Touristen sehr stark frequentiert.

Auch die Galeristen haben die Chance mit den Urlaubern für ihr Geschäft entdeckt und präsentieren vermehrt Ausstellungen während der Urlaubszeit. So können sie Kunstinteressierte erreichen, wo sie entspannt sind und Zeit haben. Galerist Beck von Beck & Eggeling präsentiert drei Wochen gemeinsam mit fünf weiteren internationalen Galerien in Salzburg eine Ausstellung – eine kleine Mini-Kunstmesse. Da sind allerdings dann auch Werke von Renoir dabei.

Posted by on August 4th, 2016 at 16:19 | Kommentare deaktiviert für Kunst für Urlauber | Permalink


Geld in Kunst anlegen

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Anleger und Investoren suchen in Zeiten von Niedrigzinsen immer mehr nach werthaltigen Geldanlagen. Dabei kommen immer mehr auf die Idee in Kunst zu investieren, denn Kunstwerke sind zunehmende Vermögens- und Wertanlagen.

Wer in Kunstwerke investieren möchte, muss bedenken, dass die Wertbeständigkeit mit hohen Risiken verbunden ist. Wie bei allen Gütern bildet sich der Wert eines Kunstwerkes abhängig von Angebot und Nachfrage und hier ist auch das Problem bei der Preisfindung. Bei Werken von renommierten Künstlern kann man den Wert der Kunstwerke als dauerhaft wertbeständig einstufen. Da aber beispielsweise bei Auktionen sehr hohe Preise erzielt werden, kann die Geldanlage kleinerer Vermögen in diese Kunstwerke ausgeschlossen werden. Wer hingegen sehr vermögend ist, für den kann sich die Anlagemöglichkeit für das Vermögen sehr gut entwickeln.

  • Weniger bekannte Maler und Künstlern und deren Kunstwerke unterliegen starken Preisschwankungen. Der Kunstmarkt ist in ständiger Bewegung, von dem auch die Preise abhängig sind. Der Kunstmarkt wird selektiert unter anderem in Plastiken, Skulpturen, Gemälde, Fotografien.

Gemälde sind ein großer Teilmarkt im Bereich der Kunstwerke, wobei die Malerei eine sehr lange Tradition in der Geschichte der Menschheit hat. Aber nur die wenigsten können als handelbar auf dem Kunstmarkt bezeichnet werden. Für viele Gemälde gibt es keine große Nachfrage und damit bleiben die Bilder unbedeutend. Anders bei den wertvollen Gemälden, für die sich ein Markt etabliert hat, in dem Sammler kaufen oder Kunstwerke Museen oder Kunstgalerien für eine Ausstellung zur Verfügung stellen. Sehr unterschiedlich kann dabei auch die Preisentwicklung bei Gemälden sein. Werden einige davon anfangs noch als unbedeutend eingeschätzt, kann es durchaus vorkommen, dass sie innerhalb kürzester Zeit enorme Preissteigerungen verzeichnen können.

Man muss sich schon mit Kunst beschäftigen

Wer sich für eine Geldanlage in wertvolle hochwertige Kunstwerke entschließt, muss sich des Risikos bezüglich der Preisermittlung und Preisstabilität bewusst sein. Am besten holt man sich vor einer Auktion oder vor einem Kauf den Rat eines erfahrenen Kunstexperten ein, der über realistische Werteinschätzungen verfügt, sich Exposés anschauen, analysieren und beurteilen kann. Zudem ist es empfehlenswert sich mit dem Kunstmarkt an sich zu beschäftigen, um eigene Erfahrungen zu sammeln – auch was Kunstgalerien angeht. Denn wenn in einer Galerie gekauft wird, kommt beispielsweise zum Kaufpreis noch ein Gewinnzuschlag des Galeristen dazu.

Wertsteigerungen bei Kunstwerken resultieren in den meisten Fällen aus dem Handel heraus. Je öfter ein Gemälde gehandelt wird, desto genauer ist die Preiseinschätzung. Attraktive Renditen werden nur erzielt, wenn ein Kunstwerk erworben wurde, dessen Nachfrage stark zugenommen hat.

Posted by on August 4th, 2016 at 16:18 | Kommentare deaktiviert für Geld in Kunst anlegen | Permalink