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Nun sind es noch 190 Tage bis zur Eröffnung der Landesausstellung. Genau gesagt, nur noch 160, denn die Sonntage zählen ja nicht mit den Überschlag der Arbeit, die im ganzen Lande noch zu leisten ist.
Dass die Ausstellung in diesen 160 Arbeitstagen schlüsselfertig werde, darüber braucht uns nicht bang zu sein. Immerhin - es muss noch allerlei geschehen, wenn am 6. Mai 1939 das Ganze festlich beflaggt zum Empfang von Hunderttausenden bereitstehen soll.
Das Geheimnis des Fertigwerdens ist der festgesetzte Termin. Es würde manche Sache in unserem Land weniger verschleppt und hinausgeschoben, wenn von höchster Stelle Befehl gegeben würde, dass jedes Ding an einem bestimmten Tag fertig sein müsse. Der festgesetzte Termin zwingt aber jeden einzelnen, die Zeit zu nützen, planmässig vorzugehen, seine Arbeitsweise zu überlegen. Notwendiges rechtzeitig vorzukehren, Unnützes rechtzeitig abzuwenden. Die Organisation einer Landesausstellung ist den militärischen Aufgaben eines Feldzugs nahe verwandt - kein Zufall, dass der Name des Direktors Armin Meili im Offiziersetat unter dem Verzeichnis der Obersten anzutreffen ist!
Auf den ersten Blick scheinen 160 Tage ein ungeheurer Vorrat an Zeit zu sein. Wer sich aber den Gang seiner Uhr und die Besetzung seines Taschenkalenders recht überlegt, wird zum Schluss kommen, dass jedermann, der an einer so sehr volksumspannenden Veranstaltung mitwirken will, keinen Tag mehr zu verlieren hat.
In diesem Winter bereitet sich die ganze Schweiz auf die Landesausstellung vor. Fabrikkamine rauchen, Maschinen stöhnen, Hände rühren sich für die Landesausstellung. Sind einmal die Gebräuchlichkeiten unter Dach - was noch vor dem Einwintern der Fall sein wird -, so muss das Ausstellungsgut fertig werden, das im ganzen Land herum in Fabriken und Werkstätten, Studierstuben und Ateliers in Arbeit ist. Der Fabrikherr sehe zu, dass nicht nur seine Maschine, sondern auch die dazu gehörige Drucksache rechtzeitig bereit liegt. Der Besucher aber, der mit seiner Familie oder mit seinem Verein sich an der Ausstellung einen guten Tag machen will, legt mit Vorteil schon heute einen Batzen auf die Seite, wie die Schüler jenes Bergschulhauses, die von langer Hand ihre Rappen zu Franken runden.
Die Landesausstellung wird die grösste gemeinsame Anstrengung unserer Wirtschaft und Kultur zur Dokumentation des Schweizerischen Eigenlebens unserer Generationen sein. Freuen wir uns darüber, dass die Schweiz am 5. Mai 1939 sich selbst beweisen kann, wie sehr sie fähig und willig ist zu einer eindrucksvollen, pünktlichen Zusammenarbeit. Nicht nur der lange Werktag, der noch vor uns liegt, sondern auch der festliche Eröffnungstag will uns gerüstet sei: alle Mühseligkeit, die mit der Vorbereitungsarbeit für diese nationale Manifestation aufgewendet wird, fällt an diesem Tage in Bausch und Bogen der Vergessenheit anheim. Mit Recht! Sein wir heute schon bereit, sie zu vergessen, um noch unbeschwerter und freier an das grosse Werk zu legen!
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