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Der letzte Tag der Landesausstellung wurde mit einem Abschiedsakt von der prächtigen Fahnenburg beim Bürkiplatz beschlossen. Vor sechs Monaten sind sie feierlich gehisst worden und jenen Teilnehmern wird der Augenblick, da als erste drei Fahnen die der Urkantone am Mast aufwärtsschwebten, unvergesslich bleiben. Jetzt zum Abschied hatte sich eine grosse Menschenmenge auf dem Platze eingefunden, über sich den Nachthimmel mit dem Mond hinter zarten Nebelschleier und einen kalten Stern im Westen.
Ein sanfter Wind flog vom See her in die zweiundzwanzig Flaggen, die rund um die grosse Schweizerfahne flattern, die so gross ist, dass sich die Seide nur schwer bewegt. Die Fanfarenbläser heben das goldene Mesing ihrer edlen Instrumente; es ist eine schöne adlige Gebärde, und dann ertönen die LA-Fahnfarenrufe in die kalte Nacht, die den Leuten den Atem nebelt. Die Stadtmusik spielt ihre Märsche und die Menge hört schweigend zu. Wieder Fanfarenstösse, diesmal ist es das Tonsignet Andreaes, worauf ein Lautsprecher die Stimme von Reg-Rat Dr. Briner unter den weissen Platz wirft, auf der diese mitternächtliche Landsgemeinde steht, die von einer hohen Fahnenburg, dem Symbol unserer Landesaustellung, Abschied nimmt, und zwar mit einer spürbaren Wehmut, die sich jedem und jeder mitteilt. Es ist eine padente Rede und eine gut Schweizerische vor allem, weil sie bei aller Männlichkeit auch den Hinweis nicht vergisst, dass wahre Menschlichkeit göttlicher sei als alle Schönheit dieser Erde. Wieder die strahlenden Fanfaren durch die Nacht und nun fahren alle Kantonsfahnen mit einem leisen singenden Geräusch an den weissen Masten nieder. Aber der Witz fragt nicht nach dem feierlichen Augenblick und siehe: die einzige Fahne, deren Rolle einen Augenblick streikt und gemächlich zaubert, ist diejenige Berns. Der Witz will und will nicht in den Stall. Die ganze Menge lacht und der muntere Witz von der Langsamkeit der Berner hat neue Nahrung bekommen.
Jetzt hängt nur noch die Schweizerfahne am Mast, der in der Mitte alle Kantonsfahnen überragt. Auch die gleitet nun langsam hernieder, während eine kleine Fahne, von einem Fahnenschwinger hoch emporgeworfen, zur Höhe tanzt. Die Menge singt entblössten Hauptes die Hymne. Und dann fallen alle Glocken unserer Türme in einen mächtigen feierlichen Choral ein.
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