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Die Schweizer Zeitungen wären nicht die Schweizer Zeitungen, wenn nicht das Geld, das die sechste Schweizer Landesausstellung gekostet hat und noch kosten wird, stark thematisiert würde.
Für den BUND war es halt ein "unverschämt teurer Spiegel", der uns da vorgehalten wurde. Und vorgehalten sei uns ja sowieso wenig geworden. Die Schweiz sei light geworden, schreibt die Zeitung aus Bern und fährt fort:
"Das mag für jene, die unter Nachkriegsstarre gelitten haben, befreiend gewirkt haben. Für die Spätgeborenen ist das, was die Landesausstellung 2002 gezeigt hat, selbstverständlich. Und für jene aber, die eh zuhause blieben, wäre es wohl ein unverständlicher Spiegel gewesen. Um uns zu betrachten, hätten wir die Expo.02 eigentlich gar nicht gebraucht."
Der Zürcher TAGES ANZEIGER sah an der Expo das "Bild einer entkrampfen Schweiz" und fand die Wolke habe sich gut benommen:
"159 Ausstellungstage, 10 Millionen Eintritte, 1,5 Milliarden Kosten. Was lässt sich zum Ende der Expo.02 über diese Zahlen hinaus sagen?"
Der Tagi gibt dann Antworten zu den vier Vorwürfen: "Keine Debatte ausgelöst", "Beliebig und unverbindlich", "Form vor Inhalt" und "Nicht schweizerisch". Die Vorwürfe werden entkräftet, um zum Fazit auszuholen:
"Auf den Arteplages waren nicht die 1,5 Milliarden Franken das dominierende Thema, sondern die Freude über das Gesehene und Erlebte........Doch, es hat sich gelohnt."
"Ein Flop war die Expo.02 sicher nicht", meint der stellvertretende Chefredaktor der BERNER ZEITUNG, Bernhard Giger:
"Wenn die Leichtigkeit über die Expo.02 hinaus das nationale Selbstverständnis etwas mehr prägen würde, hätte die Landesausstellung 2002 viel erreicht. Vielleicht sogar mehr als vor vierzig Jahren das Zelebrieren des Fortschritts an der Expo 64."
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG fragt sich und uns:
"Teuer war sie uns – war sie uns auch lieb?"
Zum Preis kam die NZZ zuerst und meinte, der Massstab hänge hier von der Optik ab. Wäre es ein Artikel des täglichen Lebens, dann wäre er viel zu teuer. Aber die Expo.02 sei halt ein Luxusprodukt. Helvetia habe sich ein Dimamantencollier umgehängt:
"Und damit war uns die Expo teuer und lieb. Denn frühestens in zehn, sicher in zwanzig Jahren werden wir wirklich wissen, ob das Ereignis die Erinnerungen so nachhaltig geprägt hat, wie wir es hier und heute annehmen", meint die NZZ zum Expo-Schluss.
Der BLICK findet: "Adieu EXPO!" – "Du hast Spass gemacht" – "Du warst spannend" – "Aber du hast uns auch genervt."
BLICK-Chefredaktor Jürg Lehmann:
"An der Expo trafen wir uns als gelassenes, heiteres Volk in einer immer nervöseren Welt wieder. Halten wir uns daran fest."
Und in der Welschen Zeitung LE TEMPS macht sich der Karikaturist Chapatte berechtigte Gedanken, was denn mit den Wahrzeichen der Expo.02 geschehen soll. Seine Vorschläge:
Den "Palais de l'Equilibre" soll man auf die Matterhornspitze stellen. Der "Monolith" von Jean Nouvel würde sich gut neben den Pyramiden von Gizeh machen. Über die "künstliche Wolke" von Yverdon würden sich doch sicher die Leute in der Sahel-Zone freuen und Nelly Wenger, die Expo-Präsidentin, sieht Chapatte im Eidgenössischen Finanzdepartement.
swissinfo, Urs Maurer
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